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Dem Druck standhalten…

Aber fangen wir mal von vorne an!

Verdacht auf Erschöpfungssyndrom war die vorläufige Diagnose der Ärztin, die mich untersuchte. Das ist jetzt schon ein paar Jahre her. Es war irgendwie erleichternd, aber gleichzeitig schämte ich mich und fühlte mich schlecht damit.

Zum einen war ich erleichtert das nicht mehr dahinter steckte. Und zum anderen schämte ich mich, weil ich mir eingestehen musste, dass ich anscheinend nicht so belastbar bin. Mir eine Schwäche eingestehen. Zu dem Zeitpunkt war ich 32 Jahre alt, ich war damals noch angestellt, musste täglich 120km mit dem Auto pendeln. Die Kilometer waren nicht das schlimmste, sondern die Strecke mit den ständigen Baustellen und dem lästigen Berufsverkehr mit den ewigen Staus.

Früh morgens kam ich schon oft mit einem hochroten Kopf in der Arbeit an, weil die Fahrt wieder so nervenaufreibend war. Die Arbeit machte mir grundsätzlich Spaß, ich hatte super Kollegen… aber es kam irgendwann die Zeit, wo wir in der Abteilung zunehmend unterbesetzt waren. Ich setzte mich daher selbst unter Druck, ich wollte viele Patienten schaffen und auch ihren Wünschen gerecht werden, gleichermaßen saß mir aber die Zeit im Nacken. Und zu guter Letzt wollte ich auch den Arbeitgeber zufrieden stellen.

Auf Dauer konnte ich dem Druck nicht standhalten…

Nun ja, es funktionierte eine zeitlang, ich arbeitete alles so schnell wie möglich ab…ich funktionierte eben, wie ein Roboter (ein weiterer Grund der meinen Frust größer werden ließ). Überstunden sammelten sich an. Der Weg auf winterlichen Straßen, zurück nach Hause, machte den aufsteigenden Frust nicht viel besser. Zu Hause angekommen, meistens schon Abends, habe ich mit meinem Mann etwas gegessen und sich auf der Couch bequem gemacht, um ein bis zwei Stunden fernsehen zu können. Für Sport oder jeglichen anderen Ausgleich, hatte ich weder Zeit, Kraft, noch Lust. Jeder Tag war der gleiche. Fünf Uhr morgens aufstehen, nervenaufreibende Autofahrt, zuviel Arbeit mit zu wenig Personal.

Man hetzte durch den Tag und immer mehr bemerkte ich, wie sich mein Körper auf die bestehende Situation äußerte. Es fing an mit täglichen Kopfschmerzen, welche sich manchmal über den kompletten Tag zogen. Bis hin zu migräneartigen Anfällen, verbunden mit Übelkeit und Lichtempfindlichkeit. Weiterhin fiel mir und meiner Umgebung auf, dass ich zunehmend gereizt war. Ein falsches Wort und ich explodierte. Mir fiel es immer schwerer früh morgens aufzustehen, verbunden mit einer unendlichen Lustlosigkeit. 

Der Tag X…

Und dann kam der Tag X, ich saß abends auf der Couch und merkte wie mein Kopf zu explodieren drohte, eine stark aufsteigende Hitze breitete sich in meinem Gesicht aus. Hochrote Wangen und Stirn, als wäre ich einen Marathon gelaufen. Der restliche Körper jedoch zitterte. Um den Mund herum war ich “käsig“ weiß. Schwäche machte sich breit. Ein Schmerz in der Brust, ausstrahlend in den Arm kam hinzu. Mein Mann, reagierte schnell und hatte mir den Blutdruck gemessen, und das Ergebnis war für mich schockierend, ein Blutdruck von 200/100 (eigentlich habe ich eher einen zu niedrigen Blutdruck). Dieser Zustand hatte in etwa eine halbe Stunde lang angehalten, danach fiel der Blutdruck so enorm ab, teilweise Werte von 80/50. Ich fühlte mich nur noch elend, kraftlos, erschöpft und vor allem verängstigt.

Die Tage darauf, suchte ich meinen Hausarzt auf, da sich die oben beschriebenen Symptome täglich wiederholten. Ich wurde zum Kardiologen überwiesen, und bei meinem Langzeit-Blutdruckgerät, konnte der Arzt schnell erkennen, dass ich diese stark schwankenden Werte hatte. Da es mir aber zunehmend schlechter ging, und die ambulanten Untersuchungen mir einfach zu lange andauerten, hatte ich mich daher entschieden mich im Krankenhaus untersuchen zu lassen. Vor allem gab es mir ein sicheres Gefühl, zu wissen, dass ich zu jeder Tag- und Nachtzeit ärztlich versorgt werden konnte. Falls es mir erneut so elend ergeht.

Ursache: Stress

Nach vielen Untersuchungen, und einigen Tagen Krankenhausaufenthalt wurde ich, nach einem Belastungs-EKG, gefragt ob ich starkem Stress ausgesetzt wäre?! Da mein Belastungs-EKG, für mein junges Alter und meine körperliche Beschaffenheit aufzeigt, dass ich nicht so belastbar wäre, wie eigentlich der Fall sein sollte.

Ich konnte die Frage der Ärztin mit JA beantworten, und nach dem Gespräch mit ihr, fiel mir zu allererst eine riesen Last von den Schultern. Und im nächsten Moment weinte ich nur noch, weil ich nicht wusste, was jetzt zu tun war. Nach meiner Entlassung und einem zusätzlichen Gespräch mit meinem Hausarzt stand dann fest, dass ich an meiner Situation etwas verändern musste, damit es mir wieder besser geht.

Wie ich mit dieser Situation letztendlich umgegangen bin und was ich daraus gelernt und verändert habe, könnt ihr im nächsten Beitrag lesen!

Bis bald.

Isabella


26 thoughts on “Dem Druck standhalten…

    1. Ich bin mir nicht sicher ob ich mit meinem einfachen Schulenglisch diesen Kommentar verstanden habe😅… in meinem Beitrag, wie auch in dem Fortsetzungs-Beitrag „Think positive“ geht es mir vor allem darum, dass nur wir selbst für unser Glück und unser Wohlbefinden zuständig sind. Das heißt wenn die Ist-Situation meine Gesundheit angreift, dann muss ich daran etwas verändern. Phasen der Unterbesetzung gibt es überall in den Firmen, aber für mich war die Kombination aus langen Arbeitswegen und dem Stress auf Arbeit einfach zuviel. Daher habe ich für mich Konsequenzen und Veränderungen daraus gezogen. Ich habe gerne bei meinem letzten Arbeitgeber gearbeitet, aber nicht auf Dauer, wenn meine Gesundheit darunter leidet.

      Gruß
      Isabella

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      Ich wusste gar nicht, dass die Fotos die auf der Seite vorhanden sind, nicht ausreichend sind?! Mein Fokus liegt immer auf dem Inhalt. Längerfristig gesehen, werde ich natürlich mal darüber nachdenken, bessere Fotos oder Videoclips zu erstellen, es ist aber immer eine Zeit- und Kostenfrage!
      Mich würde interessieren welche Art von Videoclips du dir vorgestellt hast?
      Herzliche Grüße
      Isabella

  2. Hallo, vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Im Impressum findest du meine E-Mail Adresse. Bin gespannt und dankbar über Vorschläge!
    Herzliche Grüße
    Isabella

    1. Hallo! Danke für deinen Kommentar. Das freut mich zu hören, wenn meine Artikel hilfreich sind!
      Liebe Grüße
      Isabella

    1. Hallo, vielen lieben Dank! das freut mich sehr! Ich hoffe dem gerecht zu werden und weitere solcher Beiträge verfassen können!
      Liebe Grüße
      Isabella

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